Infektion contra Schwangerschaft
Die nachfolgenden Beiträge wurden von der Firma medac
GmbH, Wedel gestaltet. Das Hamburger
Informationszentrum für Kinderwunschbehandlung e. V.
übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt dieser
Seite.
Inhalt
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Ungewollte Kinderlosigkeit
durch Chlamydia trachomatis-Infektionen
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Vorsorge in der Schwangerschaft
bietet Schutz für Mutter und Kind
Ungewollte
Kinderlosigkeit durch Chlamydia trachomatis-Infektionen
Erkenntnisse,
Diagnostik und Therapie
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Kinderlosigkeit
Fruchtbarkeitsstörungen
Infektionen mit
Chlamydia trachomatis
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Mechanische
Störungen treten in Folge von Infektionen im Genitaltrakt
auf.
In diesem Zusammenhang
spielt Chlamydia trachomatis,ein
sehr kleines Bakterium, eine wichtige Rolle.
Erregerübertragung
Infektionsausbreitung
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Chlamydia
trachomatis dringt zunächst in die Schleimhautzellen
des Gebär-mutterhalses (Zervix) ein und vermehrt sich
hier.
Die körpereigene
Abwehr ist nur in seltenen Fällen in der Lage, diesen
Erreger zu vernichten.
Da die Infektion
andererseits kaum von Krankheitsanzeichen (Symptomen) be-gleitet
wird, bleibt sie unerkannt und wird chronisch.
Unter diesen
Bedingungen steigen die Erreger weiter in den oberen Geschlechtsapparat
(Abb. 1) auf. Sie passieren die Gebärmutter (Uterus)
und gelangen schließlich in die Eileiter (Tuben).
Abb.
1: Der Weg von Eizelle und Spermien im Genitaltrakt
Infektionsfolgen
-
Auf dem Weg
in den Eileiter vermehren sich die Bakterien.
Entzündungsreaktionen
entstehen und breiten sich aus.
Die Schleimhautoberfläche
(Epithel) wird krankhaft verändert und schließlich
zerstört.
Besonders gefährdet
ist die Schleimhaut in den Eileitern. Durch wiederholte Entzündungen
vernarbt die Schleimhaut und wird ihrer natürlichen Funktion
nicht mehr gerecht.
Letztendlich
verkleben die Eileiter (okkludierte Tuben) und werden somit
für Ei- und Samenzelle undurchgängig.
Die natürliche
Befruchtung der Eizelle im Eileiter wird verhindert.
Weitere Krankheitsbilder
Häufigkeit
von Chlamydia trachomatis-Infektionen
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Bei mehr als
50% der Frauen mit krankhaft veränderten Eileitern sind
vorangegangene Infektionen mit Chlamydia
trachomatis dafür verantwortlich zu machen.
In Deutschland
sind schätzungsweise 1,15 Millionen Frauen mit Chlamydia
trachomatis infiziert. Pro Jahr werden ca.
300.000 Frauen neu infiziert.
Die Infektionshäufigkeit
ist stark altersabhängig, was anhand des periphären
Erregrnachweises deutlich wird (Abb. 2). Die meisten Infektionen
ziehen sich Männer und Frauen zu Beginn ihrer sexuellen
Aktivitäten zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr zu.
Abb.
2: Erregerhäufigkeit (Prävalenz) von
Chlamydia trachomatis
bei asymptomatischen Frauen und Männern in Abhängigkeit
vom Alter (nach Petersen et al. 1996)

Feststellen der
Infektion (Diagnostik)
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Erreger-/Antigennachweis
(Direkter Nachweis)
Chlamydia
trachomatis kann direkt aus dem Abstrich
vom Gebärmutterhals (Zervixabstrich) bestimmt werden.
Die Empfindlichkeit
(Sensitivität) der Methode ist ausschlaggebend dafür,
ob alle vorhandenen Infektionen nachgewiesen werden. Bei nicht
ausreichend empfindlichen Nachweismethoden können
Chlamydieninfektionen übersehen werden (falschnegative
Ergebnisse).
Molekularbiologische
Techniken wie LCR (Ligase Chain Reaction) und PCR (Polymerase
Chain Reaction) weisen die höchste Sensitivität
auf. Dagegen leiden sogenannte Schnellteste unter zu geringer
Sensitivität.
Achtung:
Aufgestiegene
Erreger, die sich bereits in den Eileitern befinden, hier
Jahre überdauern und ständig krankhafte Reaktionen
verursachen, sind mit dem direkten Nachweis aus dem Zervixabstrich
nicht mehr oder nur noch in seltenen Fällen nachzuweisen.
Auch beim Mann läßt sich Chlamydia
trachomatis aus dem Harnröhrenabstrich
oder auch aus dem Urin bei aufgestiegenen Infektionen kaum
finden.
In den beschriebenen
Fällen muß mit falschnegativen Ergebnissen
gerechnet werden.
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Antikörpernachweis
(Indirekter Nachweis)
Der Körper
versucht sich gegen die eingedrungenen Erreger zur Wehr zu
setzen, indem er Abwehrstoffe (Antikörper) bildet.
Wie eingangs erklärt, reicht die Abwehr des Körpers
nur in seltenen Fällen aus, die Chlamydien erfolgreich
zu bekämpfen. Es werden verschiedene Antikörper
gebildet (IgG, IgA, IgM), die darauf hinweisen, in welcher
Erkrankungsphase sich Mann oder Frau befinden. Diese Antikörper
können bestimmt werden, und anhand der Ergebnisse wird
entschieden, ob und wie lange behandelt werden soll.
Der Behandlungserfolg kann ebenfalls anhand der Antikörper
festgestellt werden.
Die Diagnostik
muß auch den Partner einbeziehen. Bei positivem Chlamydia
trachomatis-Befund ist eine Behandlung (Therapie)
für beide Partner unerläßlich. Andernfalls
ist durch den sogenannten Ping-Pong-Effekt eine erneute Infektion
nicht auszuschließen. Auch bei einer ausgeheilten Infektion
hat der Körper keinen dauerhaften Schutz gegen den Erreger
und kann sich erneut mit Chlamydia
trachomatis anstecken.
Besonders bei
chronischen Krankheitsverläufen mit aufgestiegenen
Erregern, wie wir es häufig bei erworbener Sterilität
vorfinden, ist der Nachweis von Antikörpern gegen Chlamydia
trachomatis die Methode der Wahl.
Empfehlung für
die Diagnostik
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Hochspezifische
und sensitive Nachweisverfahren in der Chlamydia
trachomatis-Serologie ermöglichen eine
präzise Diagnose. Folgende Untersuchungen werden vorgeschlagen:
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Proband
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Untersuchungs-
material
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Chlamydia
trachomatis-
pELISA medac
|
Chlamydien-
rELISA medac
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Antikörper-
bestimmung1
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IgG
|
IgA
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IgM
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Frau
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Serum
(Blut)
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x
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x
|
x
|
|
Mann
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Serum
(Blut)
|
x
|
x
|
x
|
|
Seminalplasma
(Ejakulat)
|
-
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x2
|
-
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IgM-Antikörper
kennzeichnen eine akute Phase der Infektion.
-
IgG-
und IgA-Antikörper
gemeinsam weisen auf eine bestehende Infektion hin.
-
IgG-Antikörper
allein sprechen im allgemeinen für eine zurückliegende
Infektion (Seronarbe).
1:
Gegebenenfalls kann auch ein Antigen-/Erregernachweis
durchgeführt werden.
2:
IgA-Antikörper im Seminalplasma sind sekretorische
Antikörper, die auf ein lokales Geschehen hindeuten.
Diese Diagnostik ist in Vorbereitung.
Gängige Therapeutika
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Zur Behandlung
von Chlamydieninfektionen werden vorrangig Tetrazykline und
Makrolide eingesetzt. Auch Chinolone finden Anwendung.
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Wirkstoffgruppe
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Wirkstoff
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Tetrazykline
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Tetrazyklin,
Doxyzyklin
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Makrolide
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Azithromyzin,
Clarithromyzin,
Erythromyzin, Roxithromyzin
|
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Chinolone
|
Ciprofloxazin,
Ofloxazin
|
Die Therapielänge
hängt vom Schweregrad der Erkrankung und vom Krank-heitsverlauf
ab.

Dieses
Kapitel wurde von der Firma medac gestaltet.
Autor:
Dr. Martha Böttcher, medac GmbH, Theaterstraße
6, D-22880 Wedel
(Tel.: **49-4103-8006-344, Fax: **49-4103-8006-359,
e-mail: m.boettcher@medac.de)
Vorsorge
in der Schwangerschaft
bietet Schutz für Mutter und Kind
Risikominimierung
durch Virusdiagnostik
Mutterschaftsrichtlinien
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Entsprechend
der in Deutschland derzeit gültigen Mutterschaftsrichtlinien
ist bei allen Schwangeren eine Untersuchung auf Chlamydien,
Hepatitis B sowie auf den Immunstatus von Syphilis und Röteln
vorgeschrieben. Die Schädigung eines Kindes durch
weitere, während der Schwangerschaft erworbene Virusinfektionen
kann vermieden werden, denn diese Risiken können durch
eine allgemeine serologische Untersuchung (Nachweis von Abwehrstoffen
des Immunsystems im Blut) erkannt werden.
Diese Untersuchungen
werden im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge normalerweise
nicht angeboten.
Welche Virusinfektionen
sind wichtig?
-
Zu den wichtigsten
Virusinfektionen in der Schwangerschaft gehören das
Cytomegalie-,
das Röteln-
und das Parvovirus
B19. Alle diese Viren werden durch Tröpfcheninfektion
übertragen. Das Cytomegalievirus und das Parvovirus B19
können zudem noch durch Blut und Blutprodukte übertragen
werden. Während diese Infektionen bei der werdenden Mutter
in der Regel ohne Symptome verlaufen, können sie jedoch
zu schweren Schädigungen des Feten führen.
Infektionen mit
dem Rötelnvirus
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Bedeutung
Eine durch das
Rötelnvirus hervorgerufene Rötelninfektion ist für
das ungeborene Kind in der Frühphase der Schwangerschaft,
im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel,
besonders gefährlich. Das Missbildungsrisiko beträgt
25 bis 30 %.
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Schädigungen
des Kindes
Eine Infektion
des Embryos kann die Schädigung von Herz, Augen und
Ohren zur Folge haben. Es kann zur geistigen Zurückgebliebenheit
führen, zu Minderwuchs, Entzündungen des
Gehirns, zur Vergrößerung von Leber und
Milz, zu Lungenentzündungen, Diabetes und Krampfleiden
kommen.
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Diagnostik
Um die oben
genannten Gefahren zu vermeiden, sollte vor einer
Schwangerschaft überprüft werden, ob die Mutter
bereits durch eine durchgemachte Rötelninfektion oder
durch eine Impfung immun ist. Diese Überprüfung
erfolgt im Blut durch den Nachweis von Antikörpern
(Abwehrstoffe des Immunsystems) gegen das Rötelnvirus.
Auch eine Erstinfektion der Mutter, die zur Infektion des
Feten und damit zu Missbildungen führen kann, ist durch
die Antikörperbestimmung im Blut zu erkennen. Ein positiver
Befund sollte durch eine zusätzliche Spezialdiagnostik
(direkter Virusnachweis aus Blut- oder Gewebeproben des Feten)
bestätigt werden.
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Impfung
Bei mangelnder
Immunität sollte eine Impfung erfolgen.
Infektionen mit
dem Cytomegalievirus (CMV)
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Bedeutung
CMV-Infektionen
stellen die häufigste Ursache vorgeburtlicher Infektionen
dar. Bei Geburt sind etwa 1 % aller lebendgeborenen Kinder
infiziert. Als Herpesvirus kann CMV im Anschluss an eine
Erstinfektion im Körper verbleiben, indem es seine Erbsubstanz
(DNS) in die Erbsubstanz der Körperzellen einschleust.
Das Virus kann sich von Zelle zu Zelle ausbreiten. Daher können
die im Blut vorhandenen mütterlichen Antikörper
gegen CMV den Feten nicht vor einer Infektion schützen.
Es erscheint jedoch gesichert, dass vor allem eine
Erstinfektion der Schwangeren zu Schädigungen
der Frucht führt.
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Schädigungen
des Kindes
Bei ca. 10
% der infizierten Feten werden nach der Geburt schwere
Erkrankungen der Leber und Niere, des zentralen Nervensystems,
der Lunge, der Ohren und Augen festgestellt, die zu Blindheit,
Taubheit, Lähmungserscheinungen, geistiger Zurückgebliebenheit,
Bewegungsstörungen, Zahndefekten, Lernschwächen
oder auch Verhaltensstörungen führen
können.
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Diagnostik
Die Diagnostik
der Erstinfektion in der Schwangerschaft ist daher von
besonderer Bedeutung. Eine Infektion der Mutter ist durch
die Bestimmung von Antikörpern gegen CMV im Blut nachweisbar.
Eine Infektion des Feten kann durch den direkten Virusnachweis
im Fruchtwasser, in den Chorionzotten (Eihaut), im Nabelschnurblut
oder auch durch den Nachweis von Antikörpern im Blut
des Feten erfolgen. Für den Fall, dass eine Übertragung
auf den Feten nachgewiesen wurde, ist eine Überwachung
erforderlich, um Schädigungen des Kindes zu erkennen
und behandeln zu können. Eine Ultraschallkontrolle bietet
die Möglichkeit, Auffälligkeiten bei der Entwicklung
des Kindes im Mutterleib zu erkennen. Es ist sinnvoll, zu
Beginn einer Schwangerschaft zu ermitteln, ob bereits
eine CMV-Infektion durchgemacht wurde. Dies ist bei durchschnittlich
56 % der Frauen im gebärfähigen Alter der Fall.
CMV-Antikörper-negative Frauen sollten im zweiten Schwangerschaftsdrittel
nochmals überprüft werden.
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Therapie
Eine direkte
Therapie der CMV-Infektion von Schwangeren ist derzeit
noch nicht möglich, da die vorhandenen Medikamente
eine fruchtschädigende Wirkung besitzen. Es wird aber
momentan intensiv nach Substanzen geforscht, die eine Behandlung
in der Schwangerschaft ermöglichen.
Infektionen mit
dem Parvovirus B19
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Bedeutung
Das Parvovirus
B19 ist der Erreger der Ringelröteln. Aufgrund der meist
nur schwach ausgeprägten Symptome wird eine Parvovirus
B19-Infektion in der Schwangerschaft oft übersehen
oder mit einer Rötelninfektion verwechselt. Schätzungen
zufolge kommt es pro Jahr in Deutschland zu etwa 300 bis
500 Fällen von Fehlgeburten durch Parvovirus B19-Infektionen.
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Schädigungen
des Kindes
Das Parvovirus
B19 infiziert die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen
im Knochenmark und in der fetalen Leber. Die damit verbundene
Hemmung der Bildung von roten Blutkörperchen kann bei
Infektionen des Feten zur Blutarmut und in der Folge
zu einem Hydrops fetalis (Flüssigkeitseinlagerung
und Ergussbildung beim Feten) führen. Ohne eine rechtzeitige
Therapie kann dies in ca. 10 % der Fälle einen Spontanabort
zur Folge haben. Bisher sind keine Missbildungen bei Lebendgeborenen
infizierter Mütter beobachtet worden.
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Diagnostik
Bei Verdacht
auf eine Parvovirus B19-Infektion sollte eine sofortige Bestimmung
des Parvovirus B19-Immunstatus durch Antikörperuntersuchung
im Blut der Mutter erfolgen. Sind daraufhin Anzeichen für
eine akute Infektion vorhanden, ist eine sofortige Kontrolle
notwendig. Durch eine engmaschige Ultraschalluntersuchung
(alle 8 bis 10 Tage) können Anzeichen auf Hydrops fetalis
erkannt werden. Diese Anzeichen sollten durch den Nachweis
von Antikörpern gegen Parvovirus B19 im Nabelschnurblut
und den direkten Virusnachweis im Bauchwasser des Feten, in
den Chorionzotten oder im Nabelschnurblut bestätigt werden.
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Therapie
Bei nachgewiesener
Infektion des Feten sind Schäden durch eine intrauterine
(in der Gebärmutter) Transfusion mit einem Konzentrat
aus roten Blutkörperchen in den meisten Fällen
zu verhindern.

Dieses
Kapitel wurde von der Firma medac gestaltet.
Autor:
Dr. Nicole Stumpp, medac GmbH, Theaterstraße 6, D-22880
Wedel
(Tel.: **49-4103-8006-350, Fax: **49-4103-8006-359,
e-mail: n.stumpp@medac.de)
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